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Vortrag

Messunsicherheit der Spektralanalytik von Aluminiumlegierungen

Mittwoch (09.06.2021)
14:30 - 15:00 Uhr

14:30 - 15:00 Uhr

Jedes Messergebnis wird von einer Messunsicherheit begleitet. Die Bestimmung dieser Unsicherheit gebietet nicht nur die Gute Laborpraxis, sondern ist eine Forderung verschiedener Normen, u.a. der DIN EN ISO 17025 oder der IATF 16949.

Die Messunsicherheit gibt Auskunft über die Präzision eines Messverfahrens/einer Methode und gibt sowohl dem Auftragnehmer als auch dem Kunden die notwendige Sicherheit, dass die Anforderung an die Analytik eines Produktionsprozesses erfüllt werden. So bietet die Bestimmung der Messunsicherheit eine Alternative für chemische Verfahren zu der im (Automobilbereich) geforderten Messsystemanalyse.

Anforderungen aus der Aluminiumindustrie

Im Bereich der Aluminiumindustrie liegt der analytische Fokus besonders auf dem Verfahren der Funkenemissionsspektrometrie.

Ziel des Gesamtverbandes der Aluminiumindustrie (GDA) ist es in Zusammenarbeit mit der Firma pdv-Software eine Lösung zur Bestimmung der Messunsicherheit zu entwickeln, welche den Aufwand an manuellen Messwerterfassungen (z.B. über Excel-Arbeitsblätter) minimiert, Möglichkeiten zum automatisierten Import schafft und vor allem eine gemeinsame, sichere datenbankbasierte Datengrundlage zur Verfügung stellt.

Grundlegend soll ermöglicht werden, dass eine Lösung zur Bestimmung von Messunsicherheiten nicht nur auf einem rein analytischen Berechnungsmodell basieren kann, sondern Messungen kontinuierlich und vergleichbar verwaltet werden müssen.

Während die analytischen Berechnungen auf den etablierten Formeln der GUM-Normvorgabe basieren, verwaltet die Lösung die notwendigen Metadaten für die präzisere Berücksichtigung der weiteren Faktoren: von der einheitlichen Erfassung der Messwerte über die Verwaltung der Referenz-Materialen und -Proben, der (langfristig) vergleichbaren Datenmenge bis hin zu ansehnlichen, aussagekräftigen Auswertungen.

Versionen, Visionen, Zukunftsbetrachtungen

Das derzeitige Konzept von GDA-mus3 sieht bereits Erweiterungen vor, die nicht Bestandteil der zunächst verfügbaren Einstiegsversion sein werden. Dieser Hinweis erfolgt, weil zum einen eine sehr einfache und kostengünstige Lösung gefordert ist, welche nicht nur die Funktionalität einer vorhandenen Excel Lösung ablöst. Vielmehr werden ein dauerhafter Datenbestand und eine deutlich verbesserte Eingabe und Abfrage geschaffen. Dafür ist vorgesehen: 

  • Manueller Datenimport nach vorgegebenen Formaten zum universellen Import aus anderen Messdatenquellen (z.B. Laborsoftwarelösungen)
  • Automatischer Datenimport über Geräteschnittstellen
  • Integration in die Laborinformationsmanagementsoftware pdv-lims3
  • Integration in Produktions- bzw. Anlagenstrukturen (Ankopplung auf Prozessebene)
  • Verwaltung Austausch von Ringversuchsergebnissen via Web-Portal
  • Dokumentation der Ergebnisse über umfassendes Berichtswesen auf Basis von MS Excel
Sprecher/Referent:
Jan Hubrig
TRIMET Aluminium SE
Weitere Autoren/Referenten:
  • Tristan Niewisch
    pdv-Software GmbH