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Vortrag

Reduzierung der Feinstaubbelastung im Gießereibetrieb

Dienstag (08.06.2021)
15:30 - 16:00 Uhr

15:30 - 16:00 Uhr

Die Absenkung des Grenzwertes für Feinstaub stellt eine Messinggießerei vor große Herausforderungen.

In Messinglegierungen sind bis zu 40 % Zink enthalten. Reines Zink siedet bei 906°C.

Die Verarbeitungstemperatur der Messingschmelzen liegt oberhalb von 950 °C.

Dadurch kommt es zum Abdampfen von Zink aus der Schmelze. Oberhalb des Ofens kommt der Zinkdampf in Kontakt mit dem Luftsauerstoff. Bei der Oxidation bildet sich feinstes Zinkoxyd.

Dieser Bildungsmechanismus ist nur sehr begrenzt durch Abdeckmittel zu unterdrücken.

Für die Einhaltung der gesetzlichen Staubgrenzwerte ist daher die Erfassung der entstehenden Stäube durch eine Rauchgasabsauganlage entscheidend.

Die Überprüfung der Einhaltung der Staubgrenzwerte erfolgt üblicherweise durch eine mitarbeiterbezogene Probenahme, bei der während einer Schichtlänge Staub in einem Filter gesammelt und anschließend ausgewertet wird.

Diese Art der Messung gibt aber keinen Aufschluss über die reale Belastung in der Atemluft der Mitarbeiter: Wenn der Filter nur einmal kurzzeitig während der Messung in einen Rauchschwaden gerät, zeigt diese Messung eine Grenzwertüberschreitung an. Dieser Messwert ist aber nicht repräsentativ für die tatsächliche Belastung der Atemluft des Mitarbeiters.

Daher wurde eine kontinuierliche Messung installiert, mit der die Staubbelastung zeitaufgelöst gemessen werden kann.

So können punktuelle Staubbelastungen eindeutig von der Dauerbelastung getrennt werden.

Durch entsprechende lüftungstechnische Maßnahmen und gezieltes Tragen von persönlicher Schutzausrüstung kann die Feinstaubbelastung der Mitarbeiter entscheidend gesenkt werden.

Sprecher/Referent:
Dr. Hartmut Ricken
Diehl Metall Stiftung & Co. KG